Omas gegen Rechts und ko-labor

Seit Juni 2020 arbeiten die Theatergruppe der Omas gegen Rechts Bochum & West und das Theater Löwenherz rund um das ko-labor und die KoFabrik zusammen. Nach zwei Lesungen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in Bochum am 09. Juni 1933 haben wir uns aufgemacht Alltagsrassismus in uns und in der Gesellschaft theatral zu erforschen. Nach sechs Monaten Entwicklungs- und Probezeit hatte die Performance „Alt sein heißt nicht stumm sein“ am Mittwoch, den 06. Oktober Premiere in der Quartiershalle in der KoFabrik. Die Performance wird gefördert durch den den Förderfonds „Kultur & Alter“ des Landes Nordrhein-Westfalen.

"ALt sein heißt nicht stumm sein!"

Acht Darsteller*innen der Theatergruppe der „Omas gegen Rechts Bochum & West“ begeben sich auf Spurensuche. Was ist Rassismus? Was sind Vorurteile und wo versteckt sich beides auch in mir selbst, in meinem eigenen Handeln und Denken. Die Ergebnisse dieser Spurensuche haben die Darsteller*innen am Mittwochabend in einer sechzigminütigen Performance in der Quartiershalle in der KoFabrik e.V. in der KoFabrik auf die Bühne gebracht.

Theater trifft Realität. Ereignisse werden überspitzt und pointiert, Menschen begegnen sich auf der Straße, in der U-Bahn, beäugen sich, wissen nicht was sie voneinander halten sollen, ordnen sich gegenseitig in Schubladen ein, verunglimpfen einander und überziehen sich gegenseitig mit abwertenden Vorurteilen. Ist das alles nur Theater? Weit gefehlt. Im Rahmen ihrer Spurensuche haben die Darsteller*innen Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund aus Bochum und Umgebung aufgenommen. Menschen die schon lange in Deutschland leben. Sie haben ihre Geschichten erzählt, haben aus ihrem Alltag berichtet. Und auf einmal wirken die pointierten, lustigen Szenen des Anfangs, schmerzhalft real. Da sind die Kinderärztin, die nach zwei Jahren Beschäftigung in einem Krankenhaus immer noch für ihr gutes Deutsch gelobt wird, die Frau mit dem anders klingenden Namen, die keinesfalls aus Deutschland stammen kann oder die Tagesmutter, die im Bus angepöbelt wird. Die  Darsteller*innen erzählen die Geschichten der Frauen und wissen dabei immer: „Wir können sie sein, weil wir nicht wegen unseres Namens ausgegrenzt werden, aber heute wollen wir für sie sprechen und für uns auch.“

Das Theaterspiel macht Handlungen spürbar und erfahrbar. Die Spurensuche deckt Verhaltensweisen auf. Eindrücklich gelingt es den Darsteller*innen den Finger in die Wunde zu legen und festzustellen: Vorurteile und Ausgrenzung sind überall und niemand von uns kann sich davon frei machen. Es ist die Aufgabe von allen immer aufmerksam und wachsam zu bleiben und wenn nötig mahnend die Stimme zu erheben.

 

Die nächste Aufführung der Performance „Alt sein heißt nicht stumm sein“ findet am 11.11.2021 um 19 Uhr in der Quartiershalle in der KoFabrik statt. Kartenreservierungen sind unter info@ko-labor.de möglich.

 

Gefördert durch den Förderfonds Kultur und Alter des Landes NRW

Fotos: Alexander Schneider


Impressionen von den Lesungen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung

Stühmeyerstraße 33

44787 Bochum

Hendrik Becker & Paula Stöckmann

Tel.: 0173 75 79 431

e-mail: info@ko-labor.de


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